Aktuelle Wechselausstellung
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Mittwoch, 8. September 2010, 19 Uhr, *Machen Sie das Beste aus ihrem Typ* - aktuelle Veranstaltung mit Franziska Becker - mehr Infos unter "Veranstaltungen"
ARTE TV am 12.8.2010 über Franziska Becker & die Ausstellung "Letzte Warnung"
Franziska Becker
Foto: K. Hummel
Die Künstlerin Franziska Becker ist ein Solitär der Komischen Kunst. Sie bewarb sich 1977 als Kunststudentin mit einer kleinen Kugelschreiberzeichnung als Cartoonistin bei der zu gründenden Zeitschrift "Emma". Diese Zeichnung ging nicht etwa verloren, sondern Franziska Beckers Talent wurde erkannt und so wurde sie von der ersten Ausgabe der "Emma" bis heute die Hauszeichnerin des Blattes. Aus dieser Situation heraus entstanden Cartoons, Karikaturen und Bildergeschichten mit einem besonderen Blickwinkel: Weiblich, klug, witzig. Ironisch, aber durchaus mit Sympathie, nimmt Franziska Becker dabei diejenigen aufs Korn, die sich in der Studenten-, Frauen- oder Alternativszene gegenüber den damaligen gesellschaftlichen Konsens stellten: Wohngemeinschaften, Hausbesetzungen, der Kampf gegen den § 218 und die Startbahn West. Im Laufe der Zeit schuf Becker so eine Chronik der Bundesrepublik Deutschland, bis hin zu den vertrauten aktuellen Themen wie Viagra, Kopftuch, Arschgeweih und Hartz IV. Weitgehend unbekannt dagegen ist Franziska Beckers malerisches Werk, das im caricatura museum frankfurt ebenso wie ihre Objekte und Skizzenbücher erstmals präsentiert werden wird. Bei ihren meist großformatigen Gemälden, bei denen Becker mit vielen Techniken, u.a. Tusche-, Acryl-, Aquarellfarben und Buntstiften arbeitet, überschreitet bzw. durchbricht sie durch die Integration von kleineren Objekten (Uhren, Tüchern, Schals) den vorgegebenen Bildrahmen. Es scheint so: Das Bild als reines Abbild ist Becker einfach nicht genug. Ihr Blick auf unsere Welt erzeugt ein verblüffend irritierendes Bild unseres Daseins, stets schwankend zwischen Traum und Realität, detailgetreu, trotzdem überspitzt und dabei von zeitloser Aktualität. In Franziska Beckers Gemälden offenbart sich die ganze Bandbreite ihres handwerklichen und künstlerischen Könnens. Die Ausstellung im Museum für Komische Kunst zeigt vom 27. Mai bis zum 19. September 2010 rund 300 Exponate und gewährt erstmals einen Einblick in das gesamte künstlerische Werk und Schaffen von Franziska Becker.
Die Künstlerin - Franziska Becker
Franziska Becker, 1949 in Mannheim geboren, studierte von 1972 bis 1976 Malerei bei Markus Lüpertz an der Kunstakademie Karlsruhe. Seit 1977 arbeitet Franziska Becker als freischaffende Karikaturistin und Malerin, zog 1985 nach Köln und erhielt 1988 den "Max und Moritz-Preis als bester deutscher Comic-Künstler".
Ihre Zeichnungen erscheinen u.a. im "Stern", in "Titanic", "Psychologie heute", dem "Kölner Stadtanzeiger" und vielen anderen Zeitschriften und Zeitungen. Für viele ist sie aber vor allem die Hauscartoonistin der Zeitschrift "Emma", für die sie seit der ersten Ausgabe im Jahr 1977 arbeitet. Wer Franziska Becker aber deswegen voreilig nur in die feministische Schublade steckt, greift viel zu kurz. Andreas Platthaus hat es bereits 2008 in der "FAZ" treffend charakterisiert: "Emanzipation heißt für Becker, sich nicht nur über Männer zu beklagen, sondern vor allem über die willigen Rollenentsprechungen durch andere Frauen. So gilt ihr bitterer Humor meist dem eigenen Geschlecht in Form von ausgehungerten Modepüppchen, angepassten Heimchen und überengagierten Emanzchen."
Während Franzsika Becker sich schon als Kind stark von Wilhelm Busch, Carl Barks, Walter Trier, Olaf Gulbransson, E.O. Plauen, Jeanne Mammen und George Grosz inspirieren ließ, sieht sie sich heute in der Tradition der großen englischen Karikaturisten des 18. Jahrhunderts: William Hogarth, Thomas Rowlandsen, James Gillray u.a.
Beckers Palette reicht von der tagespolitischen Karikatur, über die satirische Bildgeschichte, den Comic und die pointierte Illustration bis zum malerischen Großbild.
Franziska Becker lebt nicht nur in Köln und im Bergischen Land sondern auch immer öfters in Philadelphia, USA. Sie hat zahlreiche Ausstellungen, zuletzt in Hannover, Kassel und Köln bestritten und unzählige Bücher, u.a. "Feminax und Walkürax", "Mein feministischer Alltag", "Männer" veröffentlicht, die fast alle zu Bestsellern wurden.
Die nächsten Ausstellungen im caricatura
Ab 30. September 2010 "Guido SIEBER - Rock 'n' Roll FEVER". Bilder, Gemälde und Zeichnungen von Guido Sieber, Texte von Franz Dobler.
Ab 10. Februar 2011 "Jean-Marc Reiser: Vive Reiser!"


