Ausstellungsvorschau

Laufzeit 30.05.2024 - 01.09.2024

POLO - Die Komische Kunst des André Poloczek

Polos satirisches Engagement und komisches Temperament kommt von Mütterchen Sprache her. Wortspiele und Kalauer verkneift er sich nicht – er ist darauf bedacht, sie nicht einfach zu illustrieren [...], sondern sie nach allen Regeln der Cartoon-Dramaturgie in Szene zu setzen: Inszenierung gegen den Strich, Fehlbesetzungen, Verfremdung, Verwechslung, Verarschung – wie’s kommt und wie’s geht.
F.W. Bernstein, Vorwort „Arsch auf Grundeis“, 1992 

Nach der Erfolgsausstellung ACH WAS! LORIOT ZUM HUNDERTSTEN überlegte das Caricatura Museum Frankfurt, was daran anschließen sollte. Wir ließen unseren Blick vom Komikthron über die Nation schweifen und blieben an den dicken, grauen, vollgesogenen Wolken der Stadt Wuppertal hängen.

André Poloczek alias POLO (*1959 Wuppertal - † 2022 ebd.) war ein vielseitiger Künstler (Musiker, Autor, Illustrator), aber vor allem: Cartoonist. Seinen ersten Einzelband veröffentlichte er 1992 beim Semmel Verlach, zahlreiche Bücher folgten bei Lappan. Seine Cartoons erschienen regelmäßig in regionalen Zeitungen, erfreuten sich aber auch weit über die Wuppertaler Stadtgrenzen hinaus an großer Beliebtheit und wurden in wichtigen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen wie Titanic, Eulenspiegel, taz, Konkret, Kowalski, ran, stern und SZ veröffentlicht.

Zeitlebens war POLO den Zeichnern der Neuen Frankfurter Schule, deren künstlerisches Erbe der Grundstock der Sammlung und der Ausstellungen des Caricatura Museums bildet, eng verbunden. Der Besuch eines vierwöchigen Zeichenkurses bei F.K. Waechter 1989 brachte POLO zur Komischen Kunst und auch die regelmäßige Teilnahme ab 1992 an der berühmten Rendsburger Zeichenschule von F.W. Bernstein prägte seine Komik. André Poloczek verstarb im Juni 2022. Seinen künstlerischen Nachlass vermachte er der Sammlung des Caricatura Museum Frankfurt.

Nun ehrt ihn das Museum vom 30. Mai bis zum 1. September 2024 posthum mit einer Einzelausstellung und gibt einen Einblick in sein Komisches Universum. Denn POLO ist einer der vielseitigsten Vertreter der Komischen Kunst und hat sich auf dem Weg zum Cartoonisten reichlich ausprobiert: Es wurde „gewaechtert“, gemalt, illustriert, karikiert und modelliert. Und zwar mit Stift, Tusche, Öl, Pinsel, Stempel oder Zahnbürste - ihm gelang es, aus den unterschiedlichsten Dingen Komisches entstehen zu lassen. Manchmal fast ein „Makel“, wie er selbst erklärte: „Auch Sachen, die ich in finster künstlerischer Absicht gemacht habe, gerieten für Betrachter immer ins Komische (…) Diesen Defekt habe ich zum Beruf gemacht.“ 

Die Schau wird ebenso bunt, laut und leise, abwechslungsreich und überraschend, wie es das POLO-Sammelsurium nun mal ist: Neben Unikaten und seinen besten und witzigsten Cartoons im Original werden unveröffentlichte Zeichnungen und Skizzen, politische Arbeiten, Gemälde, Montagen, Objekte und allerhand Spielereien zu sehen sein. Darüber hinaus skizziert ihn die Schau sowohl als Zeichenschüler der Neuen Frankfurter Schule, aber auch als Cartoon-Lehrer.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Buch beim Lappan Verlag, welches Texte zu Leben und Werk sowie die wichtigsten Cartoons, Malereien und Objekte von POLO versammelt und mit Eröffnung der Ausstellung ab dem 29. Mai 2024 im Shop des Caricatura Museums zu erwerben sein wird.

Laufzeit 30.05.2024 - 04.08.2024

Die Dünen der Dänen - Das Neueste von Hans Traxler

Hans Traxler wird dieses Jahr 95 Jahre alt. Zu seinem 90. Geburtstag haben wir ihm im Caricatura Museum eine große Ausstellung gewidmet, in der seine Autobiografie
„Mama, warum bin ich kein Huhn“ im Mittelpunkt stand. Diese war jedoch keineswegs als Schlusspunkt seines Schaffens gedacht, seitdem hat er ununterbrochen weiter gezeichnet. Vieles davon ist bisher unveröffentlicht und
erstmals in dieser Ausstellung zu sehen.

Uns begegnen Cartoons und Bildergeschichten mit wunderbar gereimten Texten. Die Menschen, vor allem, wenn sie Heilige oder Anhänger sonderbarer Sekten sind, erhalten gewohnt bissigen Spott. Mit den Tieren geht Traxler liebevoller um, wenn auch nicht weniger absurd. Außerdem rechnet der ehemalige Meisterschüler an der Frankfurter Städelschule unter dem Titel „Wie die Malerei verschwand“ gnadenlos, kenntnisreich und unterhaltsam mit dem Kunst- und dem Lehrbetrieb ab. Satirisch, aber immer an der Realität entlang.

Laufzeit 30.05.2024 - 04.08.2024

F.W. Bernstein - Postkarten vom ICH

Auf Postkarten kommentierte der große Zeichner F.W. Bernstein sich selbst und die Welt. Hier teilt er auf wunderbar uneitle Art eine Zweifel, seine Auseinandersetzung mit der Kunst, mit dem Weltgeschehen und zahlreichen historischen Figuren. Diese Ausstellung zeigt herausragende Selbstporträts beziehungsweise Ich-Ansichten F.W. Bernsteins, ausgewählt von seinem Freund Henner Drescher. Eine noch größere Auswahl finden sich im gleichnamigen Buch, erschienen im Verlag Favoriten-Presse, mit einem einleitenden Text von Andreas Platthaus.

Täglich angefertigt, jeweils blitzschnell,
oftmals gar mehrere, um sie an Freunde zu
verschicken. Eine über Jahrzehnte hinweg
entstandene große Ahnungsgalerie, die
Auskunft gibt über das Selbstbild, das Bernstein
sich von der Welt machte.
Andreas Platthaus

Laufzeit 30.05.2024 - 04.08.2024

Fußball im Bild der Neuen Frankfurter Schule

Anlässlich der Fußball-EM zeigt das Eintracht Frankfurt Museum die Pokale der Eintracht in mehreren Frankfurter Museen. Das Caricatura Museum zeigt den DFB-Pokal von 1974 und den Pokal vom Fuji Film Cup 1997. Die Pokale werden gemeinsam mit Bildern rund um den Fußball der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule präsentiert.

Es wundert nicht, dass das Thema Fußball auch in Karikaturen behandelt wurde. Nicht nur, weil dieser Sport eine große Rolle in der Gesellschaft spielt und seine Dominanz Anlass zu satirischer Kritik bietet. Die Mitglieder der Neuen Frankfurter Schule waren größtenteils selbst enthusiastische Fußballfans.

Foto: DFB-Pokal 1974 © Eintracht Frankfurt Museum GmbH